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Über uns
Diakonische Arbeit
- Ein Blick in die Anfänge
Historisches
Pfarrer Wilhelm
Quistorp gründete 1865 nach dem tragischen Tod von zweien seiner Kinder sowohl
das „Hänsel- und Gretel-Stift" zur Betreuung von Waisenkindern als auch das „Bugenhagenstift",
das sich um die Ausbildung von Lehrern kümmerte. Man umsorgte zusätzlich alte
und bedürftige Menschen. Mittels Unterstützung des Johanniterordens und durch
die Einbindung von Diakonissen nahm die
Arbeit der Stiftung ihren Anfang. Man wurde im Laufe der Zeit in verschiedenen
sozialen Bereichen tätig. 1980 wurden das Bugenhagenstift und die
Diakonissenanstalt Bethanien zum Evangelischen Diakoniewerk Bethanien Ducherow
zusammengeführt. Die im Evangelischen Diakoniewerk Bethanien Ducherow
arbeitenden Menschen verstehen sich als Dienstgemeinschaft. Die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter haben sich das biblische Leitwort: Gott spricht: Ich will heben
und tragen und erretten (Jesaja 46,4) zu eigen gemacht. Daraus schöpfen wir
Kraft und Zuversicht für die anspruchsvolle Arbeit am Menschen. Nach dem
Anliegen des Johanniterordens, der uns zur Seite steht und unter anderem den
Kuratoriumsvorsitz stellt, verbindet sich im Diakoniewerk bewährte christliche
Tradition mit der Anpassung an die moderne Zeit.
Das
Diakoniewerk Bethanien entstand 1980 aus zwei ursprünglich selbständigen
juristischen Personen: dem Bugenhagenstift Ducherow von 1865 und der
Evangelischen Diakonissenanstalt Bethanien Stettin Neutorney von
1869. Die noch vorhandenen ersten Jahresberichte zeigen, welche
Anstrengungen im vergangenen Jahrhundert nötig waren, um eine
dauerhafte Arbeit zu verrichten. Die gefällige Form einer
romantischen Darstellungsweise kann nicht über die Schwere der
Anstrengungen hinwegtäuschen:
Vom Bahnhof Ducherow biegen wir in die große breite Landstraße,
welche, von Ückermünde herkommend, früher nach Demmin und Friedland
führte, am Kruge jenseits des Dorf es die Berlin Stralsunder Chaussee
schneidet und vom nahen Wald her durch die gesegneten Felder des Gutes
und der Bauernschaft zum Dorfe sich hinzieht.
Sieh, gleich vorn an, links der
Straße, siehst Du einen größtenteils mit Weizen und Roggen
bestandenen, über 40 Morgen großen Ackerplan. Der gehört uns seit
einem Jahr für den Preis von nahezu 4.000 Thalern. Da siehst Du gleich
unsern Statthalter, einen rüstigen Hinterpommer, der sich bei Königgrätz
sein Ehrenkreuz geholt, mit dem jungen Hengst und der schwarzbraunen
Stute das Stück zur Gersten und Kleesaat bereiten, während die beiden
Knechte mit den anderen 4 Pferden das wohlgedüngte Kartoffelland bepflügen
und der Waisenvater mit einem der dienenden Brüder und einer flinken
Schar von Jungen Saatkartoffeln einlegen...
Der Anfang zu einer Baumschule ist auch schon gemacht. Ein lieber alter
emeritierter Schulmeister hier in der Nähe hat uns mehrere hundert schöne
veredelte Hochstämme und eine Parthie Wildlinge geschenkt, welche
diesen Frühling gepflanzt sind. Dort hinten, vom Buchdruckereigebäude
gegen die Nordwinde geschützt, stehen sie. Den freundlichen Zaun
aber, aus den vielen tausend Bohnenstangen über Kreuz zusammengefügt,
hat uns einer unserer getreuen Nachbarn, der Herr Landschaftsrath von
Schwerin auf Neuendorf und Kurtshagen aus der Forst dadrüben geschenkt.
Die Nägel dazu lieferte ein befreundeter Eisenwarenhändler aus
Stettin. Die Maulbeer und Rothtannenhecken aber, weiche künftig den
Zaun überflüssig machen sollen, schenkten der Stettiner Seidenbau
Verein und der Herr Graf zu Schwerinsburg, endlich den hohen
Bretterzaun, der den Anstaltshof nach Westen von der breiten, Viehtrift
trennt, hat die Freigebigkeit der Stettiner Holzhändler bereitwillig
dargeboten..."
Der
hier beschriebene Acker sowie der Garten mit der Bepflanzung bildete
die gesamte wirtschaftliche Existenzgrundlage der alten Stiftung.
Regelmäßige Zuwendungen oder Pflegesätze gab es nicht. So war trotz
des hoffnungsvollen Beginns das Unternehmen nach wenigen Jahren
verschuldet, weil die Betriebskosten nicht gedeckt werden konnten.
Unter großen Entbehrungen existierten Waisenhaus und
Präparandenanstalt für künftige Lehrer weiter bis 1914. Dann benutzte
man die Gebäude als Lazarett. Nach dem Ersten Weltkrieg dienten sie
anderen Zwecken. Diakonissen aus Stettin nahmen hier ihre Tätigkeit
auf und prägten von nun an die Gestalt der Arbeit. Als Diakonissen
wirkten diese Schwestern in einer Lebens-, Glaubens- und
Dienstgemeinschaft.
Inzwischen ist eine Generation von Menschen mit anderer Haltung,
anderen Wertvorstellungen und anderen Lebensformen herangewachsen.
Dennoch, das in den alten Jahresberichten deutlich werdende starke und
deutliche Bemühen, christlichen Glauben in zeitgemäßer Gestalt zu
erleben, ist auch heute wichtig. Wir können den Aufgaben der Zukunft
nur gerecht werden, wenn wir unseren Dienst in dem guten Geist
weiterführen, aus dem heraus die bethanischen Schwestern ihre
Tätigkeit einstmals aufnahmen.
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